„Anstoss Ist Ein Guerilla-Projekt“ – 11Freunde

„Anstoss Ist Ein Guerilla-Projekt“ – 11Freunde

Simon Hellwig, seit 10 Jahren sind Sie im Besitz der Lizenzen für ​„Anstoss“. Seitdem ist nichts pas­siert. Wieso mussten sich die Fans des Mana­ger­spiels so lang gedulden?
Simon Hellwig: ​„Anstoss“ ist für uns quasi ein Gue­rilla-Pro­jekt. Viele Jahre haben wir von Kalypso Media nach einem pas­senden Ent­wickler gesucht, mit nam­haften und talen­tierten Stu­dios gespro­chen und auch zwei Pro­to­typen ent­wi­ckelt, die aber wegen man­gelnder Qua­lität wieder ein­ge­stellt. Es ist so: ​„Anstoss“ ist bisher eine rein ​„deut­sche“ Marke und dem­entspre­chend müssen die Ent­wick­lungs­kosten haupt­säch­lich über Ein­nahmen aus dem deutsch­spra­chigen Raum finan­ziert werden – ein großes Risiko, das wir aus Liebe zu ​„Anstoss“ gerne in Kauf nehmen. Und mit 2tainment haben wir end­lich einen pas­senden Ent­wickler gefunden.

Am 23. Juli star­teten Sie eine soge­nannte Kick­starter-Kam­pagne. Erklären Sie kurz, worum es sich dabei han­delt.
Simon Hellwig: Uns ist es extrem wichtig, dass wir die Com­mu­nity, also die treuen Fans der ​„Anstoss“-Reihe, bei der Ent­wick­lung ein­be­ziehen. Das gelingt uns mit Hilfe der Kick­starter-Kam­pagne: Bei Kick­starter han­delt es sich um eine Crowd­fundig-Platt­form, die den Fans der Serie die Mög­lich­keit gibt, uns monetär zu unter­stützen, aber auch ihr Feed­back und ihre Wün­sche an uns zu über­mit­teln.

Wie wird die Kam­pagne ange­nommen?
Simon Hellwig: Richtig gut. Mitt­ler­weile haben wir schon über 2.300 Unter­stützer, die uns wirk­lich sinn­volle Impulse geben. Auch finan­ziell greift uns die Com­mu­nity unter die Arme: Nach einer Woche hatten wir bereits unser Mini­mal­ziel von 100.000 Euro erreicht, jetzt stehen wir bei mehr als 150.000 Euro.

„Zunächst gab es Skepsis, ob ein rein deut­sches Spiel über­haupt eine solche Strahl­kraft haben kann“

Stefan Weyl

Die Zahlen zeigen, dass die ​„Anstoss“-Reihe unter deut­schen Hobby-Fuß­ball-Mana­gern noch immer Kult­status genießt. Woher kommt dieser Hype um das Spiel?
Stefan Weyl: Wir sind wahn­sinnig froh, dass wir das gesteckte Ziel in so kurzer Zeit erreicht haben. Wir haben vorher mit den Ver­ant­wort­li­chen von Kick­starter dar­über gespro­chen, dort war man eher skep­tisch, ob ein rein deut­sches Spiel über­haupt eine solche Strahl­kraft haben kann. Aber ​„Anstoss“ genießt ein­fach Kult­status. Ich glaube, es gibt diesen Hype, weil der belieb­teste Teil der Serie, näm­lich ​„Anstoss 3“, nie richtig fort­ge­setzt wurde. Alle direkten und indi­rekten Nach­folger dieses Teils haben andere Rich­tungen ein­ge­schlagen. Dass ​„Anstoss 3“ und seine Vor­gänger zumeist nicht mehr auf den neueren Betriebs­sys­temen spielbar sind, hat die Sehn­sucht der Fans nach dem Spiel sicher ver­stärkt.

Wie wollen Sie es schaffen, den Geist von ​„Anstoss 3“ wie­der­zu­be­leben?
Stefan Weyl: Wir sind selbst Fans von ​„Anstoss 3“ und haben natür­lich unsere per­sön­li­chen High­lights und Vor­stel­lungen, das bedeutet aber nicht zwin­gend, dass wir ​„Anstoss 3“ wie­der­be­leben können.

David Miller
Author

David Miller

David Miller brings 15 years of experience in global economics, personal finance strategy, and market dynamics. He specializes in turning complex economic trends into actionable insights for everyday readers.