Gruppencheck – 11Freunde

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Dieser Text erscheint im Rahmen unserer Koope­ra­tion mit dem Tages­spiegel.

Dass die deut­schen Fuß­bal­le­rinnen bei der Welt­meis­ter­schaft in Aus­tra­lien und Neu­see­land eine ver­gleichs­weise ein­fache Gruppe zuge­lost bekommen haben, ist kein Geheimnis. Von den großen Nationen haben sie die besten Chancen, nicht nur in die K.o.-Phase ein­zu­ziehen, son­dern das auch als Erst­plat­zierter der Gruppe H.

Den Fehler, die Geg­ne­rinnen aus Marokko, Kolum­bien und Süd­korea zu unter­schätzen, dürfte das Team von Bun­des­trai­nerin Mar­tina Voss-Teck­len­burg den­noch nicht machen. Zumal die letzten beiden Test­spiele gegen Vietnam und Sambia alles andere als rund liefen und die deut­schen Fuß­bal­le­rinnen eine deut­liche Leis­tungs­stei­ge­rung bei der WM zeigen müssen.

Sambia als Gene­ral­probe vor der WM wurde von Voss-Teck­len­burg bewusst gewählt, da der Süd­afri­ka­meister eine ähn­liche Spiel­weise wie Kolum­bien auf­weist. Beide Nationen treten sehr kör­per­be­tont auf, zuweilen auch über die erlaubte Grenze hinweg. Die Kolum­bia­ne­rinnen sorgten vor Kurzem für einen Skandal bei einem Test­spiel gegen das iri­sche Natio­nal­team. Irland brach die Begeg­nung nach etwa 20 Minuten ab, weil es nach Angaben des iri­schen Ver­bandes Fai ​„über­mäßig kör­per­lich“ aus­ge­tragen worden sei. Irlands Trai­nerin Vera Pauw sagte laut Medi­en­be­richten, ihre Spie­le­rinnen hätten gar ​„Angst“ um ihre kör­per­liche Unver­sehrt­heit gehabt. Der kolum­bia­ni­sche Ver­band äußerte sich in einer Stel­lung­nahme auf der eigenen Inter­net­seite und wies darauf hin, dass die Spiel­re­geln ein­ge­halten worden seien.

Kolum­bien ist nach der Auf­takt­partie Deutsch­lands gegen Marokko am kom­menden Montag dann der zweite Vor­run­den­gegner und dürfte das DFB-Team im Kampf um den ersten Grup­pen­platz am meisten unter Druck setzen. Das kolum­bia­ni­sche Team, das von Nelson Abadía trai­niert wird, war bereits 2011 und 2015 bei der WM dabei und hat sich für das Tur­nier in Aus­tra­lien und Neu­see­land über die Süd­ame­rika-Meis­ter­schaft im eigenen Land qua­li­fi­ziert, bei der man bis ins Finale kam und dort knapp gegen Bra­si­lien verlor.

Kolum­bien setzt auf den talen­tierten Nach­wuchs

Bei Kolum­bien liegt die große Hoff­nung auf dem Nach­wuchs, die U17 wurde im letzten Jahr bei der WM in Indien Zweiter. Ein Zei­chen für die posi­tive Ent­wick­lung der Nation im Frau­en­fuß­ball in den letzten Jahren. Her­aus­zu­heben ist beim kolum­bia­ni­schen Team die mitt­ler­weile 18-jäh­rige Linda Cai­cedo, die nach dem Sommer zu Real Madrid wech­seln wird. Die hoch­ta­len­tierte Flü­gel­spie­lerin debü­tierte mit 14 Jahren im A‑Nationalteam. Ein Jahr später wurde bei ihr Krebs dia­gnos­ti­ziert, was sie nicht davon abhielt, nach erfolg­rei­cher Ope­ra­tion und Che­mo­the­rapie schnell wieder auf dem Platz zu stehen.

Neben Cai­cedo gilt ein beson­deres Augen­merk Cata­lina Usme, die die Schlüs­sel­spie­lerin im Umschalt­spiel ist. Nach Bal­ler­obe­rungen durch meist aggres­sives Pres­sing ist es Usme, die aus der Zen­trale heraus die Pässe spielen soll, um etwa Mayra Ramírez in der Sturm­spitze in Szene zu setzen. Sollte das Pres­sing aller­dings über­spielt sein, hat Deutsch­land gute Chancen, zu vielen Tor­mög­lich­keiten zu kommen.

Marokkos König plä­dierte für mehr För­de­rung des Frau­en­fuß­balls

Zum Auf­takt der Grup­pen­phase wartet aber erstmal Marokko auf die deut­schen Fuß­bal­le­rinnen, für das es die erste Teil­nahme an einer WM ist. Qua­li­fi­ziert hat sich die Nation über die Afri­ka­meis­ter­schaft im eigenen Land, bei der man im Finale gegen Süd­afrika verlor. Infol­ge­dessen ging ein Ruck durch die Nation und selbst König Mohammed VI. plä­dierte für mehr För­de­rung des Frau­en­fuß­balls. Bereits 2020 hatte der marok­ka­ni­sche Ver­band ent­spre­chende Maß­nahmen vor­ge­legt, die unter anderem in der Eta­blie­rung einer hei­mi­schen Pro­fi­liga, die National Pro­fes­sional Women’s Foot­ball Cham­pi­on­ship, mün­deten.

Trainer ist ein nicht unbe­kannter Fran­zose: Renal Pedro ist seit Ende November 2020 im Amt und trai­nierte unter anderem die Frauen von Olym­pique Lyon zwi­schen 2017 und 2019. Dort gewann er zweimal die Cham­pions League und die Liga, einmal gelang ihm sogar das Triple. Für ihn und seine Mann­schaft sind Stan­dards ein wich­tiger Faktor. Aus einer meist sta­bilen Defen­sive gelingt es den Marok­ka­ne­rinnen nur selten, gute Chancen her­aus­zu­spielen. Umso wich­tiger ist es, dass Stür­merin Rosella Ayane diese nutzt. Ayane dürfte die bekann­teste Spie­lerin ihrer Nation sein, sie steht der­zeit bei den Tot­tenham Hot­spurs unter Ver­trag.

David Miller
Author

David Miller

David Miller brings 15 years of experience in global economics, personal finance strategy, and market dynamics. He specializes in turning complex economic trends into actionable insights for everyday readers.